Wie der Smart Operator die Stromversorgung vor Ort steuert

Ein Beitrag von Dr. Lothar Oelert, Leiter Hauptregion Rheinland-Pfalz der innogy SE
Seit mehr als zwei Jahren ist unser Projekt „Smart Operator – flexible Netze für dezentrale Erzeuger“ erfolgreich in Betrieb. Der Smart Operator zählt zu den umfassendsten Smart-Grid-Installationen in Deutschland und gehört für mich zu den Paradebeispielen erlebbar gemachter Energiewende.

Denn: Hier wird direkt sichtbar, wie intelligente Technik und handfester Mehrwert deutlich verbesserte Energiebilanzen ermöglichen. Wir von innogy testen ihn gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Hochschulen in Kisselbach im Hunsrück, in Wincheringen an der Obermosel und mit unseren Kollegen von der Regionalgesellschaft Lechwerke in der Siedlung Wertachau im bayrischen Schwabmünchen.

Strom aus der Region für die Region

Was ist der Smart Operator? Vereinfacht gesagt eine kleine intelligente Box, die in die Trafostation des Ortsnetzes eingebaut ist und dort die Stromflüsse intelligent steuert. Der Smop, wie wir ihn auch nennen, erstellt dazu kurzfristige Prognosen auf Basis eines selbstlernenden Algorithmus, einer eigenen Wetterstation sowie den Verbrauchs- und Einspeisedaten der mit intelligenten Zählern ausgerüsteten Haushalte. Die Optimierung läuft dann über neuartige fernsteuerbare Netzkomponenten, wie beispielsweise einen Netz-Batteriespeicher, einen regelbaren Ortsnetz-transformator, Niederspannungs-schalter und steuerbare Ladestationen für Elektrofahrzeuge. So kann mehr Strom aus den Photovoltaikanlagen vom Netz aufgenommen, zwischengespeichert und dann in Zeiten mit hohem Stromverbrauch genutzt werden.

Unsere Kunden werden unsere Partner

Was mir an dem Projekt am besten gefällt ist, dass wir die Einwohner und unsere Kunden unmittelbar einbinden, die Energiewende voranzutreiben: In Kisselbach haben wir über 130 Privathaushalte mit dem Einbau von intelligenten Stromzählern und den Datenaustausch über das neu errichtete Glasfasernetz integriert. In Wincheringen sind es 50 Haushalte. Um den Eigenverbrauch zu optimieren, können sich die Projektteilnehmer in einer Online-Übersicht direkt über die eingespeisten Energiemengen ins Stromnetz sowie den Verbrauch im eigenen Haushalt informieren.  Mit dem Einsatz der smarten Technologie kann so ein größerer Anteil des selbsterzeugten Stroms aus dem Ortsnetz genutzt werden – davon profitieren alle!

Unser Zwischenfazit: Der Strombezug der Demonstrationsnetze aus dem regionalen Mittelspannungsnetz und auch die Stromrückspeisung in das übergeordnete Netz ist durch den Smart Operator zurückgegangen. Im vergangenen Jahr liefen unsere Projekte und die gesamte technische Infrastruktur zuverlässig und stabil. Der Smop kontrolliert Leistungsschwankungen im Netz und steuert alle Komponenten. Die erprobte Technik in den Ortsnetzen hilft uns dabei, die Ressourcen der vorhandenen Netze optimal auszuschöpfen und damit den Netzausbau zumindest lokal zu begrenzen. Der Smart Operator selbst, der Batteriespeicher, die E-Ladesäulen, die intelligenten Zähler und Kommunikationseinheiten in den Haushalten bis hin zur Wetterstation: alle Komponenten arbeiten gut miteinander. Hinzu kommt natürlich, dass das Projekt auch von den Kommunen gut aufgenommen und vorangetrieben wird. Damit liefert uns der Smart Operator also Antworten auf wichtige Fragen der Energiewende. Wir zeigen, dass der Betrieb der Ortsnetze durch den Einsatz künstlicher Intelligenz optimiert werden kann und gehen mit jedem Tag des laufenden Betriebs einen weiteren Schritt in Richtung Energiezukunft.

Zum Autor

dr-lothar-oelert-8850Dr. Lothar Oelert, Leiter Hauptregion Rheinland-Pfalz der innogy SE. Die innogy SE ist Mitgleidsunternehmen der ZIRP.


 


 


 


 


 

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