#SmartHealth – intelligente Lösungen für ein innovatives Gesundheitssystem

Ein Beitrag von Anneliese Bodemar, Leiterin der TK-Landesvertretung Rheinland-Pfalz

Jahr für Jahr wird unser Alltag Stück für Stück digitaler: Autos, die ohne fremde Hilfe einparken, Staubsauger und Rasenmäher, die ihre Arbeit automatisch erledigen, und Uhren, die nicht nur das Wetter vorhersagen, sondern gleichzeitig den Puls messen, während sie auf Nachrichten und Termine hinweisen. Noch vor zehn Jahren war dies ebenso schwer vorstellbar wie das Herstellen menschlicher Organe auf 3D-Druckern oder die heute selbstverständliche Gewohnheit, auf E-Mails mobil zugreifen zu können. Innovationen werden immer schneller alltäglich – und die nächsten stehen kurz bevor.

Erst der Rückblick macht deutlich, wie rasant sich alltägliche Gewohnheiten und auch der eigene Anspruch an technische Verfügbarkeit, schnelle Antwortzeiten und problemlosen automatisierten Service anpassen. Neuentwicklungen sind schon nach kurzer Zeit selbstverständlich oder sogar veraltet.

Auf all diese Faktoren müssen sich Unternehmen einstellen, die auch in Zukunft erfolgreich sein wollen – allen voran Dienstleistungsunternehmen, die das passende Angebot für die sich ebenso rasant ändernden Kundenansprüche vorhalten müssen. Internetversandhäuser machen es vor, indem sie rund um die Uhr verfügbar sind, eine vollständige Transparenz über den Lieferstatus bieten und die Waren inzwischen fast schneller an die Haustür bringen, als man sie selbst herbeischaffen könnte. Auch die Techniker Krankenkasse wird von ihren Kunden im Service nicht an anderen Krankenversicherungen, sondern an großen Dienstleistern und Industrieunternehmen gemessen. Ein Benchmark, der hohe Innovationskraft, eine stetige Veränderungsbereitschaft und dauernde Modernisierung verlangt.

Projekt „Digital“ – digitale Trends in das Tagesgeschäft implementieren

Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, beobachten und entwickeln wir ständig Neuerungen im Service und in der digitalen Versorgung. So ist ein Innovationsteam von rund 60 Mitarbeitern ständig dabei, digitale Trends zu erkennen, diese auf ihre Machbarkeit zu überprüfen und nützliche Innovationen in das Tagesgeschäft der TK zu implementieren. Oft geben dabei Start-Up-Unternehmen den Impuls für einen neuen Service wie das Buchen von Arztterminen per Mobiltelefon, das Online-Gesundheits-Coaching oder sogar die Therapie von Krankheiten via Smartphone.
Dabei nimmt der Datenschutz für eine gesetzliche Krankenversicherung einen besonderen Stellenwert ein. Denn im Gegensatz zu den ungeschützten Services, die Suchmaschinen, Tracking-Programme oder manche kostenlose Gesundheits-App mitbringen, erwarten Versicherte von ihrer Krankenkasse zu Recht, dass hier mit einer hohen Sorgfalt und großer Professionalität mit den Daten umgegangen wird.

Gesundheitsdaten gehören dem Versicherten

All das ist eine gute Basis dafür, einem anderen Trend in der Digitalisierung zu begegnen: die Verknüpfung von Daten, um Kundenwünsche und -bedarfe zu erkennen und zu bedienen – so wie es Suchmaschinen und Internetversandhäuser bereits tun. Diese Entwicklung kann im Bereich der persönlichen Gesundheit im Zeitalter des entschlüsselten Genoms nicht dem Zufall überlassen bleiben. Die Chancen in der Früherkennung, Diagnostik und Therapie von Krankheiten sind so groß, dass sie auf alle Fälle genutzt werden müssen. Hier gilt es, auch die weltweiten Erkenntnisse der Wissenschaft damit in Echtzeit zu vernetzen: das Wissen der Welt für den Nutzen des einzelnen Patienten.

Aus diesem Grund muss jetzt ein sicherer Hafen für diese Gesundheitsdaten geschaffen werden. Ein Hafen, der dem Patienten die Verfügungsgewalt über seine Daten gibt, diese dort sicher vor kommerzieller Auswertung schützt und bei Bedarf in ein individualisiertes Behandlungs- oder Coachingkonzept einbezieht. Dies birgt die große Chance, Krankheiten im Frühstadium zu erkennen und drohende Krankenhausaufenthalte durch frühzeitige Intervention zu vermeiden. Sämtliche Daten – von den gezählten Schritten über ärztliche Diagnosen bis hin zu weiteren individuellen Parametern gehören in eine sichere Akte, die am besten dort liegt, wo es viel Kompetenz hinsichtlich Datenschutz, keine Risikoselektion und kein kommerzielles Interesse gibt: in eine elektronische Patientenakte bei den gesetzlichen Krankenkassen. Entscheidend ist, dass allein der Patient Zugriff hat und bestimmt, was er freigibt – nicht die Krankenkasse. Die Techniker Krankenkasse arbeitet bereits an einem solchen Angebot.

Service – in Zukunft auch elektronisch

Auch beim Service ist der Datenschutz ein großes Thema: Wenn Versicherte ihr Anliegen per E-Mail schicken oder ihren Krankheitsverlauf in den sozialen Netzwerken posten, entspricht das zwar dem Zeitgeist und geht schnell. Die sensiblen Daten landen jedoch auf Servern, die keinem besonderen Sozialdatenschutz unterliegen. Deshalb arbeiten wir ständig daran, alle für den Versicherungsschutz relevanten Daten, Formulare, Rechnungen und erforderliche Abfragen in eine elektronische Form zu bringen, die unkompliziert, schnell, aber auch rechtssicher zugleich ist. So können schon heute in der Online-Geschäftsstelle „Meine TK“ Anträge und Formulare am Bildschirm ausgefüllt und Belege hochgeladen werden.

Veränderung als permanenter Prozess

Dies hat einen starken Einfluss auf die Art und Weise, wie in der TK miteinander gearbeitet wird, aber auch auf die persönlichen Anforderungen an die Belegschaft: So werden neben hoher Fachkompetenz, Spezialisierung und Serviceorientierung in Zukunft die Faktoren Flexibilität und der Spaß an ständiger Veränderung immer wichtiger werden.
Aus diesem Grund setzen wir auf agile Arbeitsmodelle, fördern die fachübergreifende Zusammenarbeit und setzen auf eine offene Unternehmenskultur, die innovatives Denken und hierarchieübergreifende Kommunikation fördert. Wir sind davon überzeugt, dass diese Faktoren in Zukunft den Erfolg unseres Unternehmens prägen.

 

Zur Autorin

tk-pressefoto-bodemarAnneliese Bodemar ist geboren am 7. Juli 1951, hat eine Tochter und zwei Enkeltöchter. Sie ist Sozialwissenschaftlerin mit den Schwerpunkten Soziologie und Wirtschaftswissenschaften. Als solche hatte sie über mehrere Jahre einen Lehrauftrag inne. Seit 1993 leitet sie die rheinland-pfälzische Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK). In dieser Funktion setzt sie sich besonders für gesundheits- und gesellschaftspolitische Themen ein.


Beitragsbild und Autorenbild: Copyright Techniker Krankenkasse

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